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Tanken, Laden und Mobilitätskosten besser verstehen

Energiepreise, Verbrauch, Ladeleistung und Infrastruktur bestimmen gemeinsam, was Mobilität im Alltag kostet und wie gut sie planbar ist.
E10 · E5 · DieselPreisniveau & VerlaufVerbrauch & Fahrleistung
Aktuelles PreisniveauE10 2,082 €/lE5 2,139 €/l · Diesel 2,221 €/l

Mobilität wird erst im Zusammenhang vergleichbar

Beim Tanken erscheint der Vergleich zunächst einfach: Literpreis ansehen, Menge wählen und Kosten berechnen. In der Praxis entscheidet jedoch der Verbrauch darüber, wie stark sich ein Preisunterschied tatsächlich auswirkt. Zwei Fahrzeuge können beim gleichen Kraftstoffpreis sehr unterschiedliche Kosten pro 100 Kilometer verursachen.

Beim Elektroauto kommen weitere Größen hinzu. Neben dem Strompreis beeinflussen Ladeverluste, Akkugröße, Ladeleistung und Standzeit den Alltag. Für die Langstrecke zählt eine hohe DC-Leistung stärker, während beim Parken über mehrere Stunden ein AC-Ladepunkt mit 11 oder 22 kW völlig ausreichend sein kann.

64.295
Ladestandorte
209.258
Ladepunkte und Stecker
7.830
Orte mit Ladeinfrastruktur
38.803
HPC-Ladepunkte

Ladeleistung ist nicht gleich Ladegeschwindigkeit

Die auf einer Ladesäule genannte kW-Zahl beschreibt eine mögliche Spitzenleistung. Entscheidend ist immer das Zusammenspiel aus Säule, Fahrzeug und Akku. Das schwächste Glied begrenzt die Leistung; zusätzlich reduziert das Batteriemanagement die Aufnahme häufig mit steigendem Ladestand.

Deshalb kann ein Fahrzeug an einer 300-kW-Säule deutlich langsamer laden, obwohl technisch kein Fehler vorliegt. Für einen realistischen Vergleich sind Ladekurve, Akkutemperatur und der gewünschte Ladebereich mindestens ebenso wichtig wie die maximale Stationsleistung.

Preisunterschiede wirken über die Fahrleistung

Ein Unterschied von fünf Cent pro Liter oder wenigen Cent pro Kilowattstunde wirkt zunächst klein. Bei hoher Jahresfahrleistung summiert sich die Differenz jedoch. Aussagekräftiger als der reine Energiepreis sind deshalb die Kosten pro 100 Kilometer oder pro Jahr.

Auch der Fahrzeugverbrauch verändert die Rechnung erheblich. Ein sparsameres Fahrzeug kann trotz eines etwas höheren Energiepreises günstiger unterwegs sein als ein Fahrzeug mit niedrigerem Preis, aber deutlich höherem Verbrauch.

Ladeinfrastruktur ist mehr als die Zahl der Säulen

Für die praktische Versorgung zählt, wie viele Ladepunkte an einem Standort vorhanden sind, welche Anschlussarten angeboten werden und welche Leistungsklassen erreichbar sind. Ein großer Ladepark mit mehreren HPC-Punkten kann auf einer Langstrecke einen höheren Nutzwert haben als mehrere kleine Einzelstandorte.

In Städten verschiebt sich die Gewichtung: Dort können wohnortnahe AC-Punkte, Parkhäuser oder Ladeangebote an Einkaufsstandorten wichtiger sein. Eine gute Ladeinfrastruktur besteht daher aus unterschiedlichen Standorttypen statt aus einer einzigen möglichst hohen Leistungszahl.

Durchschnittswerte richtig lesen

Bundesweite Kraftstoffpreise bilden ein Preisniveau ab, aber keinen garantierten Preis an einer bestimmten Tankstelle. Ebenso beschreibt ein registrierter Ladepunkt die vorhandene Infrastruktur und nicht automatisch eine aktuelle Belegung oder die tatsächlich erreichbare Ladegeschwindigkeit.

Für konkrete Entscheidungen sollten Durchschnitt, Technik und persönliche Nutzung zusammen betrachtet werden. Genau diese Verbindung macht Kostenvergleiche belastbarer und verhindert, dass einzelne Kennzahlen eine größere Genauigkeit vortäuschen, als sie besitzen.

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Datenquelle Ladeinfrastruktur: Bundesnetzagentur, Lizenz CC BY 4.0.